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Wenn etwas „ins Wasser fällt“, ist es noch lange nicht nass

Die warmen Sommertage gehören nun der Vergangenheit an, aber wir können uns nicht beklagen. Es war ein herrlicher Sommer voll Sonne und Wärme. Die Badis in Zürich melden Rekordeinnahmen, denn viele von uns hat es ans Wasser gezogen.

Inzwischen haben vielerorts neue Deutschkurse begonnen und ich hoffe, dass ihr alle einen guten Start mit euren Teilnehmenden hattet. Vielleicht habt ihr Pläne mit ihnen gemacht und Ziele festgelegt, vielleicht begleitet ihr sie aber einfach erst einmal in die neue Sprache hinein. Eine Fremdsprache lernen ist, wie wir alle wissen, ein Prozess, der vom Teilnehmenden Zeit, Geduld (auch mit sich selbst) und Konstanz verlangt. Schwimmen lernt auch niemand an einem Tag. Es heisst immer wieder „ins kalte Wasser“ springen und üben.

Manche unserer Teilnehmenden werden lernen sich gerade mal „über Wasser zu halten“, andere können wir auf „Wettkämpfe“ sprich Prüfungen vorbereiten. Gemeinsam ist allen, dass sie sich uns anvertrauen und sie sich von uns wünschen, mit dem mehr oder weniger unvertrauten Element „Deutsch“ vertraut gemacht zu werden.

Im besten Fall erreichen die Teilnehmenden mit ihren Sprachkenntnissen „neue Ufer“. Dass sie auf diesem Weg mal „ins Schwimmen geraten“ oder ihnen vor einer Prüfung „das Wasser bis zum Halse steht“, ist ganz normal. Doch welch ein Erfolgserlebnis, wenn der Redefluss nicht mehr zu stoppen ist und sie „reden wie ein Wasserfall“. Die Aussicht darauf und die Lust auf das neue Element können wir unseren Teilnehmenden vermitteln. Den Mut ins „kühle Nass“ zu springen und das Gelernte auch im Alltag anzuwenden, können wir unterstützen, indem wir authentische Themen im Unterricht behandeln, d. h. Themen, die unsere Teilnehmenden interessieren und mit ihrem Alltag zu tun haben.

Warum im Zusammenhang mit authentischen Themen wie z. B. Urlaubsplanung, Sport oder Hobbys nicht mal eine Lektion oder sogar mehrere Lektionen rund ums Wasser gestalten? Sei es um den Wortschatz von Badehose bis Meer und Strand einzuführen oder Wechselpräpositionen zu wiederholen: „ans Meer fahren“, „in den Pool springen“, aber „am Fluss spazieren gehen“.

Für Fortgeschrittene wäre auch eine Lektion mit Redewendungen rund ums Wasser denkbar – ein paar Beispiele findet ihr sicher in diesem Text.
Bei einer der letzten Prüfungen für das Goethe-Zertifikat B2 war ein Thema für die schriftliche Prüfung „Umweltverschmutzung und alternative Energiequellen“. Neben Fotos und Artikeln rund um das Thema Wasser- und Umweltverschmutzung können wir unsere Teilnehmenden auch mit lustigen Sprichwörtern als Einstieg auf das durchaus ernste Thema vorbereiten.

Wir sehen, das Thema lässt sich auf allen Niveaustufen interessant gestalten. In einem meiner nächsten Blogs werde ich ein Unterrichtsbeispiel beschreiben. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit und hoffe, dass kein Unterricht „ins Wasser fällt“!

Es grüsst euch herzlich

Ulrike J. Wolff